Über China - Kultur

 

In diesem Menü wollen wir dir die Kultur Chinas ein wenig näherbringen. Aufgrund der Komplexität jeder Kultur, kann dies aber nur einen Einstieg darstellen. Es folgen ein Kapitel zu den wichtigsten Feiertagen, eines zu den chinesischen Auffassungen von Gesicht und Beziehungen, eines zu Philosophie und Religion, eines zur traditionellen chinesischen Medizin sowie eine kurze Einleitung zur chinesischen Kunst. Solltest du Interesse an weiteren Informationen oder ausführlicheren Ausführungen haben, findest du weitere Link im Bereich „Weiterführende Links“.

Die chinesische Gesellschaft hat wie jede andere ihre eigenen Sitten und Bräuche entwickelt und auch wenn eine chinesische Stadt heute aussieht wie direkt aus dem Westen nach Asien verpflanzt, gibt es doch unterschiedliche Umgangsformen, Feiertrage und Traditionen.

 

Feiertage

 

In China gibt es eine Vielzahl an Feiertagen, die wir in Europa oft nur vom Hörensagen kennen. Zwar feiern viele Chinesen in den Großstädten heute auch schon Weihnachten, Valentinstag oder Neujahr, aber die Art des Feierns unterscheidet sich wesentlich vom westlichen Kulturkreis. Die meisten chinesischen Feiertage richten sich nach dem Mondkalender und haben daher kein festes Datum im Jahr. Sie entspringen meist Jahrhunderte- oder Jahrtausende alten Traditionen und werden normalerweise im Kreise der Familie oder enger Freunde begangen. Einige der wichtigsten sind folgende:

 

  • Frühlingsfest / Chinesisches Neujahrsfest:

Das Frühlingsfest beginnt jedes Jahr zwischen dem 21. Januar und 21. Februar (zweiter Neumond nach der Wintersonnenwende) und endet am 15. Tag mit dem Laternenfest. Es ist das wichtigste Familienfest in China - vergleichbar im Westen mit der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr - und wird weit über die Grenzen Chinas hinaus begangen. Im Vorfeld dieses Festes kehren jedes Jahr hunderte Millionen von Gastarbeitern für einen längeren Zeitraum zu ihren Familien zurück, was häufig als „größte Völkerwanderung der Geschichte“ bezeichnet wird. In der Regel bereitet man schon spätestens am Vorabend zum Neujahr das Essen vor und schmückt die Häuser mit roten Glückssymbolen und dem Tier des Tierkreises, dem das nächste Jahr gewidmet ist. Unverheiratete Familienmitglieder erhalten Geldgeschenke in roten Umschlägen, man isst und trinkt zusammen und brennt lautes Feuerwerk ab. In der Regel kommt man am ersten Tag mit den Verwandten väterlicherseits zusammen und an einem der nachfolgenden Tage mit den Verwandten mütterlicherseits. Zudem ist es üblich während dieser Tage die Ahnen zu ehren und auch ihnen Geschenke darzubringen. Du solltest auf keinen Fall die Chance vergehen lassen, dieses Fest im Kreise deiner Gastfamilie zu feiern. Du wirst garantiert unvergessliche, herzliche Momente erleben.

 

  • Qingmingfest:

Das Qingmingfest findet Anfang April (am 4., 5. oder 6.) statt und ist den Verstorbenen gewidmet. Man reinigt die Gräber, entzündet Räucherstäbchen und beschenkt die Ahnen mit Obst und Papiergeld, welches abgebrannt wird.

 

  • Drachenbootfest:

Das Drachenbootfest findet immer am 5. Tag des 5. Mondmonats statt (Anfang Juni) und wird mit Wettrennen bunter Drachenboote gefeiert. Traditionell isst man zu diesem Fest Zongzi, Klebereis, der in Blätter eingewickelt wird. Der Legende nach geht das Fest auf den Adeligen Qu Yuan zur Zeit der Streitenden Reiche zurück, der wegen seiner politischen Ansichten vom Hofe verbannt wurde. Aus Kummer über das ihm zugefügte Unrecht warf er sich in den Fluss Miluo, worauf die Anwohner vergeblich versuchten, ihn mit ihren Booten zu retten.

 

  • Mond- oder Mittherbstfest:

Das Mondfest findet am 15. Tag des 8. Mondmonats (zwischen Anfang September und Anfang Oktober) statt. An diesem Tag des Jahres soll der Vollmond am größten sein und um dies zu feiern, backt man überall in China süße Mondkuchen mit verschiedenen Füllungen, die man an Verwandte, Kollegen und Freunde verschenkt.

 

  • Nationalfest (ab dem 1. Oktober):

Das Nationalfest beginnt jedes Jahr am 1. Oktober und erinnert an die Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949. Da man zu diesem Fest eine Woche lang frei hat, wird es gerne genutzt, um zu verreisen.

 

Solltest du während der chinesischen Festtage eigenständig verreisen wollen, ist es ratsam, Tickets früh zu buchen, weil mit den chinesischen Festtagen in der Regel große Reisewellen einhergehen.

 

Gesicht & Beziehungen

 

Die Konzepte von Gesicht (Mianzi) und Beziehungen (Guanxi) entstammen der konfuzianischen Philosophie und sind auch heute noch Grundpfeiler des chinesischen Zusammenlebens. Generell kann man sagen, dass die Chinesen die zwischenmenschliche Harmonie betonen und Gesicht Wahren und Geben sowie Beziehungen dabei als Richtlinien des Umgangs gelten.

 

  • Mianzi:

Das „Gesicht“ einer Person steht bildlich für deren äußerlich wahrnehmbare Würde und ihren sozialen Status. Jemand anderem Gesicht zu geben, erhöht den eigenen Status und lässt einen als wohlwollend und großzügig erscheinen. Gesicht zu nehmen gilt als unreif und unbeherrscht. Das bedeutet, dass wenn du in China bist, du darauf achten solltest, dein Gegenüber nicht im Beisein anderer Personen direkt zu kritisieren. Möchtest du eine Meinungsverschiedenheit ausdrücken, gehört es sich, erst Verständnis für den Standpunkt des anderen zu äußern und dann den eigenen Standpunkt einmal darzulegen. Würdest du gerne die Kritik anderer Leute an einer Sache hören (z.B. in Sachen Politik), ist es das Einfachste, diese erst überschwänglich zu loben, um damit dem anderen einen komfortablen Raum zum Darbringen seines Standpunktes zu geben.

 

  • Guanxi:

Die Wichtigkeit von Beziehungen hat sich in China aus seiner wechselhaften Geschichte heraus ergeben. Dabei sind den Chinesen stabile Beziehungen oft wichtiger als Gesetze. Wenn man beispielsweise jemanden kennenlernen möchte, ist es in China üblich, von jemand anderem erst vorgestellt zu werden. Es handelt sich um eine Vertrauensübertragung. Hat man gute Beziehungen zu anderen Personen, muss man sich nicht scheuen, sie um Gefallen zu bitten. Dann sind selbst Dinge, die für Westler ein wenig unverschämt oder unselbstständig wirken, für Chinesen eine Selbstverständlichkeit. Beispielsweise würde dir ein chinesischer Freund immer bedingungslos einen Platz zum Schlafen anbieten, wenn du in der Stadt bist. Ebenso sind Beziehungen ein gutes Hilfsmittel, um Meinungsverschiedenheiten aus der Welt zu schaffen, indem man eine dritte Person bittet zu vermitteln.

Das heißt auch, solltest du später Pläne in China haben, wird deine Gastfamilie dir sicherlich selbst helfen oder dir andere Leute vorstellen, die dir weiterhelfen können.

 

Religion & Philosophie

 

Obwohl sich über 90% der Chinesen offiziell als religionslos bezeichnen, haben die Religionen und Ansichten ihrer Vorväter immer noch großen Einfluss auf ihr heutiges Leben und Tempel im ganzen Land erleben eine neue Hochkonjunktur. Für Chinesen ist das kein Widerspruch. Schon Deng Xiaoping, der Vater des chinesischen Aufschwungs, sagte: „Was kümmert es mich, ob eine Katze weiß oder gefleckt ist? Hauptsache ist, dass sie Mäuse fängt!“ und in alten chinesischen Texten ist es nicht unüblich, dass konfuzianische, buddhistische und taoistische Mönche Seite an Seite den Gläubigen Rat erteilen.

Das erklärt auch warum Denkansätze wie das Fengshui sich in China entwickeln konnten, obwohl es sich von Region zu Region und Lehrer zu Lehrer bisweilen doch sehr unterscheidet. Ähnlich findet sich der Taoismus stark in der traditionellen chinesischen Medizin wieder, die den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Umwelt begreift und Konzepte wie Yin und Yang oder die Lebensenergie Qi verwendet. Ebenso teilen sich die klassischen Religions- oder Philosophieansätze selbst, d.h. der Buddhismus, der Taoismus und der Konfuzianismus, in China in viele Schulen auf und verwischen oft ihre Grenzen.

Wer also Interesse an den verschiedenen fernöstlichen Religionen und Philosophien hat, wird gerade in China eine Vielfalt an Einflüssen und Lehransätzen finden, die oft auch heute noch starken Einfluss auf das Leben und Handeln der Chinesen haben.

 

  • Konfuzianismus:

Konfuzius oder Kongzi (551 – 479 v.Chr.) wurde im Staat Lu (heutige Shandong Provinz) während der Frühlings- und Herbstperiode als Sohn einer Aristokratenfamilie geboren. Nach dem Tod seiner Mutter gab er seine Beamtentätigkeit auf, um seine Ansichten zu lehren.

Seine Philosophie betont die Rolle einer Person innerhalb der Gesellschaft und das angemessene Handeln im Verhältnis zu dieser Position. Er versuchte Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und betrachtete die kriegsreiche Zeit, in der er lebte, als Niedergang der Zivilisation. Er bewunderte die vorchristlichen Dynastien, die große Teile des chinesischen Kulturraumes geeinigt hatten. Was heute von seiner Philosophie überliefert ist, haben seine Schüler zu Papier gebracht – er selbst verfasste keine Schriften.

Fünf wesentliche Gedanken sollen dabei das Leben der Menschen leiten:

  • Ren (Menschlichkeit) fordert das wohlwollende Handeln zwischen Menschen. Es gibt vor, welche Menschen man achten sollte und welche nicht.
  • Li (Ritual) betont den rituellen Umgang der Menschen miteinander. Es handelt sich um Höflichkeits- und Benimmregeln, die vorgeben, wie das Ren gelebt werden sollte.
  • Xiao (Treue gegenüber den Eltern) verlangt Gehorsam und Respekt gegenüber den Eltern, Vorfahren und Lehrern. Das stärkste Xiao besteht zwischen Sohn und Vater und steht sogar über dem Gesetz.
  • Zhong (Loyalität) ist die Übertragung des Xiao auf die professionelle Ebene. Loyalität verlangt dabei keinen blinden Gehorsam, sondern auch den fehlgeleiteten Vorgesetzten korrigierend zu beraten.
  • Junzi (Edelmann): Das Ziel jedes Einzelnen soll sein, ein vollkommener Edelmann zu werden, indem man die zuvor genannten Prinzipien in jeder Lebenssituation anwendet.

 

  • Taoismus:

Die genaue Herkunft des Taoismus ist nicht geklärt, da er sich als eigentliche Religion erst während der Tang Dynastie (618 – 917 n.Chr.) herausbildete. Am weitesten verbreitet ist die Ansicht, dass Lao Tse, der ungefähr zur gleichen Zeit wie Konfuzius lebte, den Taoismus mit seinem Buch, dem Daodejing (Schriften des Weges und der Tugend), begründete. Lao Tse war Archivar im Staat Ku und gab später seinen Posten auf, um das Land zu bereisen. Er begründete den Taosimus nicht absichtlich, sondern schrieb lediglich seine Ansichten über die Welt nieder. Der Taoismus wurde später durch die Schriften des Zhuangzi und den Buddhismus, der ihm seine Götter und Rituale lieh, stark beeinflusst.

Der Taoismus propagiert keine spezielle Gesellschaftsform, sondern die Rückkehr des Menschen zur Natur. Im Daodejing steht: „Je mehr Tabus und Verbote es in der Welt gibt, desto ärmer werden die Menschen sein.“  Der Hauptgedanke des Taoismus dreht sich um das Dao, den Weg, eine nie endende Kraft, die nicht verstanden werden kann, aber überall in der Natur zu beobachten ist. Durch das Dao kommen Yin und Yang in die Welt, die beiden entgegengesetzten, jedoch voneinander abhängigen Kräfte in allen Dingen. Sie verhalten sich zu einander Wie Ebbe und Flut.

Leitlinien des Taoismus sind:

  • Wuwei (ohne Ziel): Es ermutigt einen, Dinge geschehen zu lassen und ohne Absicht zu handeln.
  • Ziran (Natur): Demnach soll man gemäß der Natur handeln und spontan sein. Wuwei und Ziran sind abhängig voneinander: Wuwei stellt die Fähigkeit dar, die Natur einer anderen Person, sein Ziran, zu schätzen. Ziran wiederum ermöglicht einem, gemäß des Wuwei zu handeln.
  • San Bao (drei Schätze): Die drei Schätze sind das Jing, die Lebenskraft, das Qi, die Essenz des Seins und das Shen, der Intellekt und die Spiritualität. Nur wer diese drei Kräfte in Einklang bringt kann ewiges Leben erlangen.

Mitgliedern der westlichen Kultur wird oft empfohlen, einen Blick zurück in die Zeit der Romantik zu werfen, um ein besseres Verständnis für die taoistische Sicht der Natur zu gewinnen.

 

  • Buddhismus:

Siddhartha Gautama (der, der sein Ziel erreichte, 563 – 483 v.Chr.) wurde als Prinz in Kapilavastu (Nepal) geboren. Nachdem er zum ersten Mal das Leid in der Welt gesehen hatte, verließ er mit 29 den Palast, um die vollkomme Wahrheit und einen Ausweg aus dem Leid zu finden. Nach anfänglich vergeblicher Meditation und Askese setzte er sich unter einen Baum, um dort zu verweilen, bis er sein Ziel erreicht hätte. Dies gelang ihm im Alter von 35 Jahren und er wurde Buddha (der Erwachte) und verbrachte den Rest seines Lebens damit, seine Einsichten zu lehren.

Buddhas Leben wurde erst 500 Jahre nach seinem Tod niedergeschrieben und der Buddhismus gelangte auch etwa um diesen Zeitraum nach China. Allerdings stieß er dort auf den Widerstand konfuzianischer Tradition und konnte – ähnlich wie der Taoismus – nicht vor der Tang Dynastie (618 – 917 n.Chr.)wirklich Fuß fassen.

Der Buddhismus ging aus dem Hinduismus hervor, welcher lehrt, dass das Leben ein endloser Kreislauf der Wiedergeburt ist. Als was man wiedergeboren wird, hängt von seinem Karma ab, der Summe der jeweils guten oder bösen Taten, Worte und Gedanken.

Der Buddhismus bietet einen Ausweg aus diesem Kreislauf der Wiedergeburt gemäß der Vier Edlen Wahrheiten:

  • Alles Leben ist Leiden.
  • Leiden entsteht aus dem Verlangen.
  • Aufhören zu verlangen, führt zum Ende des Leidens.
  • Dies kann durch den achtfachen Weg erreicht werden.

Der achtfache Weg umfasst wahre Ansichten, wahre Absichten, wahre Rede, wahres Benehmen, wahre Lebensführung, wahre Anstrengung, wahres Denken und wahres Streben.

Wer den achtfachen Weg meistert geht in das Nirvana (ausgeblasen) ein. Je nach buddhistischer Konfession ist es möglich, aus dem Nirvana zurück in den Kreis des Lebens und der Wiedergeburt zu treten. Dies wird besonders im Lamaismus betont, wo der Dalai Lama als Wiedergeburt des erleuchteten Avalokitesvara betrachtet wird.

 

  • Fengshui:

Wie eingehend erwähnt unterscheiden sich die Lehren des Fengshui bisweilen recht stark und das von Zeit zu Zeit, Region zu Region und Lehrer zu Lehrer. Obwohl einige Ansätze des Fengshui bereits in vorchristlicher Zeit dokumentiert sind, tritt der Name erst während der Song Dynastie (960 – 1279) auf. Der gemeinsame Grundgedanke ist jedoch, dass das eigene Leben nicht nur von den eigenen Moralvorstellungen und Leistungen, sondern darüber hinaus auch von anderen Kräften abhängt. Diese Kräfte sind Qi, Yin und Yang, Dämonen, Geister, die eigenen Vorfahren, Götter und mehr. Fengshui Meister bieten Orientierung in Bezug auf den Willen dieser Kräfte, um ein glückliches Leben zu ermöglichen. Gerade in China werden diese Meister bei vielen Gelegenheiten konsultiert wie beispielsweise zum Festlegen des Hochzeitsdatums oder eines passenden Namens für die eigenen Kinder.

 

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

 

Westliche Medizin verbreitete sich nicht vor dem 19. Jahrhundert in China. Davor war die Traditionelle Chinesische Medizin praktisch die einzige Quelle medizinischer Versorgung. Sie verwendet einen ganzheitlichen Ansatz und macht intensiven Gebrauch von Kräutern, Akupunktur und Massagen. Darüber hinaus ist sie eng verwoben mit der chinesischen Philosophie und ohne diese nicht zu verstehen. Besonders seit den 1950ern findet die TCM auch im Westen immer stärkeren Anklang als Alternative zur Schulmedizin.

Die TCM hat sich langsam über die Jahrtausende entwickelt. Die ersten Behandlungen durch Akupunktur fanden bereits um das Jahr 2.800 v.Chr. statt. Während der vorchristlichen Dynastien wurden erste Aufzeichnungen über Kräuter sowie Behandlungsmethoden erstellt und noch vor der Einigung Chinas hatte sich eine selbstständige Wissenschaft entwickelt. Obwohl die wesentlichen Konzepte der TCM bereits auf die Han Dynastie (210 v.Chr. – 220 n.Chr.) zurückgeführt werden können, entstand der Begriff „Traditionelle Westliche Medizin“ nicht vor den 1960ern. Auf Anordnung Mao Zedongs wurde in dieser Zeit eine wissenschaftliche Klassifikation der einzelnen Behandlungsmethoden durchgeführt, um eine kostengünstige und vom Aberglauben freie medizinische Versorgung für die ländliche Bevölkerung zu schaffen.

Der Behandlungsansatz in der TCM ist immer ganzheitlich. Dies bedeutet auf der einen Seite, dass nicht ein Teil des Körpers nur für sich betrachtet werden kann. Auf der anderen Seite kann auch nicht der Patient losgelöst von Umwelt und Gesellschaft betrachtet werden. Daher reicht es nicht aus, den Patienten nur körperlich zu untersuchen. Darüber hinaus ist eine eingehende Befragung zu seinen Lebensumständen notwendig.

Der geschichtliche Austausch zwischen TCM und Philosophie wird gerade an der Wortwahl der Erklärungsmodelle ersichtlich. Wesentliche Konzepte wie Qi, Yin und Yang entstammen taoistischen Überlegungen und das Modell der fünf Elemente kann auch im Fengshui wiedergefunden werden:

 

  • Qi:

Qi ist die Essenz des Seins. Das ganze Universum ist geflutet mit Qi, welches sich gemäß des Daos in immerwährendem Fluss befindet. Wo sich das Qi verdichtet, bildet es Objekte und Lebewesen wie Steine, Vögel oder Menschen. Dies bedeutet auch, dass alles Sein durch den Fluss des Qi verbunden ist. Seine Bewegungen verursachen Wandel wie beispielsweise den Wechsel der Jahreszeiten und wo es sich verflüchtigt endet das für uns greifbare Sein.

 

  • Yin und Yang:

Yin und Yang markieren die entgegengesetzten Pole einer Eigenschaft. Dabei steht Yin für das Stetige, Passive, Kalte, Nasse, Dunkle, Innere und Yang für das Wechselhafte, Aktive, Heiße, Trockene, Helle und Äußere. Alle Dinge können gemäß Yin und Yang eingeordnet werden. Weder Yin noch Yang sind per se gut oder schlecht. Eine Wertung kann nur in Bezug auf einen Prozess erfolgen, für den ihre Beziehung zueinander entscheidend ist.

Es gibt fünf grundlegende Yin und Yang Beziehungen:

  • Ying-Yang Wechselwirkung: Diese ist entscheidend für die Schaffung aller greifbaren Dinge. Ein Beispiel dafür ist der Geschlechtsverkehr zwischen Mann (Yang) und Frau (Yin).
  • Yin-Yang Gegensatz: Durch den Gegensatz von Yin und Yang kann das Gleichgewicht erhalten werden.  Z.B. erlaubt uns das Ausruhen (Yin) in der Nacht, am Tag aktiv (Yang) zu sein.
  • Yin-Yang Abhängigkeit: Beide können ohne einander nicht existieren. Beispielsweise ist keine Handlung (Yang) und den Körper (Yin) möglich. Aber ohne Handlungen (Yang) wie Essen oder Trinken kann der Körper (Yin) nicht erhalten werden.
  • Yin-Yang Wachsen und Sinken: Wenn Yin anwächst, muss Yang im gleichen Maße abnehmen; eine quantitative Balance bleibt erhalten. Z.B. dominieren Handlungen (Yang) den Tag und das Ausruhen (Yin) die Nacht.
  • Yin-Yang Transformation: Ab einem bestimmten Punkt während des Wachsens bzw. Sinkens ändert eine Eigenschaft ihren dominanten Charakter und wechselt von Yin zu Yang oder umgekehrt. Beispielsweise wandelt der menschliche Körper Nährstoffe (Yin) in Energie und Handlungen (Yang) um.

Um eine Diagnose in der TCM zu stellen, ist es unabdingbar die Beziehung von Yin und Yang zu betrachten. Denn Krankheiten entstehen, wenn diese gestört sind.

 

  • Die fünf Elemente (Wu Xing):

In der TCM werden Wechselwirkungen anhand der fünf Elemente erläutert, die auch gleichzeitig für Organe des Körpers stehen. Diese sind: Holz (Leber), Feuer (Herz), Erde (Milz), Metall (Lunge) und Wasser (Niere). Alle Elemente sind durch die Konzepte von Hemmung und Hervorbringen miteinander verbunden, die das Gleichgewicht in der Natur garantieren – ein Beispiel: Erde hemmt Wasser, Wasser bringt Holz hervor und Holz hemmt wiederum Erde, indem es sich aus ihr nährt. Ebenso stehen die fünf Elemente für Prozesse: Wasser fließt abwärts, Feuer strebt aufwärts, Holz dehnt sich aus, Metall reformiert und Erde erlaubt Wachstum. Ähnlich wie beim Yin und Yang können diese Prozesse auf den Menschen selbst und auf seine Wechselwirkungen mit der Umwelt bezogen werden. Bei einer Störung des Gleichgewichts entsteht Krankheit und damit der Bedarf zur Behandlung.

 

Kunst

 

Auch in Sachen Kunst muss China keinem anderen Land nachstehen. Die meisten denken bei chinesischer Kunst an Seidenmalerei, Kalligraphie oder klassische chinesische Musik. Aber gerade in China wird so viel mehr als Kunst begriffen. Die traditionellen chinesischen Kampfkünste und zeitgenössische Akrobatik sind weltberühmt. Shanghai mit dem M50 oder Peking mit dem 798 haben große, beständige Künstlerviertel, in denen man zeitgenössische Kunst, ohne Eintritt zu zahlen, frei betrachten kann. Moderne chinesische Musik, der sogenannte „Mandopop“, wird in vielen Bars und Restaurants gespielt und orientiert sich stark an westlicher Musik. Junge chinesische Literatur und Filme werden immer wieder zum Diskussionsgegenstand und sind durchaus auch gesellschaftskritisch. Gerade in China entwickelt sich die Kunst schnell mit der Zeit, weil nicht so viele Fördermittel wie in den westlichen Industrienationen zur Verfügung stehen. In den vielen Theatern der großen Städte werden oft aktuelle Themen in neuen Stücken verarbeitet und nicht alte Werke neu angestrichen immer wieder aufgeführt. Man kann ein Jahr in einer Stadt wie Peking verbringen und wird nicht alles gesehen haben.

Da alle Formen der Kunst darzustellen den Rahmen unserer Homepage sprengen würde, bitten wir dich, bei Interesse im „Links“ Menü auf den empfohlenen Websites zu stöbern.